Die Frankenstraße bildete sich in Sachsen erst im 13. Jahrhundert heraus und diente als Verbindung zwischen der Oberlausitz und Süddeutschland. Die Streckenführung am Fuß des Erzgebirges wurde bestimmt durch die Entwicklung der Reichsstädte Zwickau und Chemnitz sowie durch das Bergbauzentrum Freiberg. In der Oberlausitz verfestigte sich der Verlauf der Frankenstraße erst im 15. Jahrhundert: Von Bautzen aus führte sie über Bischofswerda nach Dresden. Letztlich war es Kurfürst Friedrich II., der 1462 die Straße von Schlesien nach Franken verbindlich festlegte. Wörtlich heißt es in seinem Erlass: „… von Budessin die Wagen, die gein Francken wollen, sullen von Budissin gehen uf Bischofswerde, Dresden, Fribergk, Kempnitz, Zwickau, Voitzpergk und furt gein Francken“.

Folgende Kartenverlage haben den Sächsischen Jakobsweg bislang wie folgt berücksichtigt:

  • Barthel-Verlag: Karte 106 "Stollberg, Oelsnitz Lichtenstein und Umgebung": von Chemnitz bis Zwickau;
  • Barthel-Verlag: Karte 158 "Mulderadweg/Zwickauer Mulde": von Reinsdorf bis Zwickau;
  • Barthel-Verlag: Karte 049 "Östliches Vogtland/Westerzgebirge": von Rottmansdorf bis Bergen;
  • Barthel-Verlag: Karte 075 "Moritzburg, Radebeul, Coswig und Umgebung": von Medingen bis Constappel;
  • Barthel-Verlag: Karte 078 "Meißen und Umgebung": von Moritzburg bis Wilsdruff;
  • Fritsch-Verlag: Karte 064 "Hofer Land": von Oelsnitz/Vogtland bis Hof;
  • Kompass-Verlag: Karte 809 "Dresden, Meißen": von Bischofswerda bis Freiberg sowie für die Variante von Königsbrück bis Grumbach;
  • Kompass-Verlag: Karte 807 "Mittleres Erzgebirge": von Falkenau bis Euba;
  • Verlag Sachsen-Karthographie: Karte 011 "Dresdner Heide/Seifersdorfer Tal": von Ullersdorf bis Dresden-Zentrum;
  • Verlag Sachsen-Karthographie: Karte 029 "Dresden und Umgebung": von Ullersdorf bis Naundorf sowie für die Variante von Ottendorf-Okrilla bis Grumbach.

Hier geht es zum DOWNLOAD der Online-Karten und GPX-Daten.

Links: Die erste Probebegehung zwischen Klaffenbach und Stollberg war am 3. Oktober 2009. Rechts: Im April 2010 wird der erste Wegabschnitt zwischen Oederan und Klaffenbach eröffnet.

Belege für die Durchgängigkeit der alten Frankenstraße:

  • Erich Müller, Die Möglichkeit des Bestehens der Frankenstraße in vorkolonisatorischer Zeit - S. 14;
  • Renate Wissuwa, Die Entwicklung der Altstraßen im Gebiet des heutigen Bezirkes Karl-Marx-Stadt von der Mitte des 10. Jh. bis zur Mitte des 14. Jd. - ein Beitrag zur Rekonstruktion des Altstraßennetzes auf archäologischer Grundlage - unveröffentliche Dissertation - Päd. Hochschule Dresden, 1987 - S. 32

Darin heißt es unter anderem: "Die zweite Ost-Westverbindung (nach der Via Regia), die sog. Frankenstraße die im Bautzen von der via regia abzweigte und über Bischofswerda -Dresden-- Freiberg - Oederan - Chemnitz - Zwickau - Reichenbach - Plauen - Hof nach Nürnberg führte, kristallisierte sich erst im Zuge der Ostbesiedlung ab dem 13. Jahrhundert heraus; ausschlaggebend dürfte dafür die Anlage der Städte Zwickau, Chemnitz und Freiberg gewesen sein und damit die Notwendigkeit der Versorgung und des Handels. Die Frankenstraße ist vermutlich nicht in einem Zug entstanden, sondern allmählich aus einzelnen Teilstücken zusammen gewachsen. Sie wird erstmals in einer Urkunde von 1449 erwähnt, in der Schiedsleute die Gerichtsbarkeit auf den vier Landsstraßen bei Chemnitz ( Zwickau - Chemnitz - Freiberg und Altenburg - Chemnitz - Zschopau/Böhmen) dem Rate zusprechen und Bestimmungen über die Berainung dieser Landstraßen treffen. 1460 wurde auch der Straßenverlauf von Polen über Schlesien nach Franken festgelegt in Form einer Erneuerung eines kurfürstlichen Erlasses und zwar von Bautzen nach "Bischoffswerda, Dresden, Freiberg, Kempnitz, Zwickau, Vogtsberg undf ort gein Francken".

Der Nestor der Jakobswege, Prof. Klaus Herbers, schreibt in seinem Buch "Der Jakobsweg", S. 237:

"Ein Nachweis von Pilgern ist auf der alten Frankenstraße schon dadurch gegeben, da es bis 1356 keine andere bessere und kürzere Verbindung von Dresden, Zwickau, Lengenfeld, Treuen, Oelsnitz nach Hof gab."

Das Sächsische Landesinstitut für Straßenbau, Fachinformation Nr. 1/April 97, schreibt über die historische Entwicklung des Straßennetzes in Sachsen:

"Vom Verlauf und dem Zustand der alten Straßen berichtet eine Urkunde im Jahre 1449. Hierin heißt es von den Straßen Zwickau - Chemnitz - Freiberg, Altenburg - Chemnitz und Chemnitz - Zschopau - Böhmen, dass dort, wo diese Straßen über freies Feld führen, sie mit Bäumen, Sträuchern, aufgeworfenen Gräben, Steinen oder anderen "merklichen" Zeichen befestigt werden sollen, und zwar in einer Breite, dass dazwischen drei beladene Rüstwagen mit gutem Zwischenraum nebeneinander fahren können. (...) Als Dresden an Bedeutung gewann und die alte Frankenstraße von Dresden über Göda nach Bautzen den Verkehr an sich zog, vereinsamte die Hohe Straße."

Max Grohmann hat in seiner Schrif "Das Obererzgebirge und seine Städte in Sage und Geschichte", Annaberg 1903, im dritten Abschnitt zur Besiedelung des Obererzgebirges festgestellt:

"Von der Burg Tannenberg, von der nur noch der bekannte alte viereckige Turm übrig geblieben ist, wird in zeitgenössischen Quellen nichts erwähnt. Alle diese Burgen lagen in der Nähe der großen Straßen, welche am Gebirge entlang oder über dasselbe führten. Da ist zunächst die alte Frankenstraße, welche vom Vogtlande durch das niedere Erzgebirge nach Osten ging und von Plauen aus Reichenbach, Zwickau, Lichtenstein, Chemnitz, Flöha und Freiberg berührte. Hier teilte sich die Straße, indem die obere über Wilsdruff, die untere über Bobritzsch nach Dresden führte. (...) In die ersterwähnte Frankenstraße mündeten von Norden mehrere Straßenzüge ein. So kreuzten dieselbe in Plauen und Zwickau Straßen von Leipzig, welch letztere sich über Kloster Grünhain, das ja früh schon mit Zwickau in enger Verbindung stand, Elterlein, Schlettau nach Böhmen zog. Eine dritte Straße von Leipzig fand in Chemnitz Anschluß an die Frankenstraße, welche von hier aus nach dem Egerthale weiterführte. Ob diese Straße Karl der Große bei seinem Zug nach Böhmen im Jahre 805 und Heinrich II. im Jahre 1004 benutzte, ist nicht genau festzustellen, aber nicht ausgeschlossen."