Auf dem Pilgerweg von Kadaň nach Bärenstein

In den Erzgebirgschroniken wird man später folgendes lesen. 25 Juli 2019, Tag des Heiligen Jakobus, 36 Grad Lufttemperatur und Hitzewarnung …

Trotzdem fanden sich 20 Pilgerfreunde der Interessengemeinschaft „Jakobsweg Silberberg“ hinter dem Bärensteiner Rathaus ein, um die Auer Partnerstadt, an dem bisher bestehenden Jakobsweg Annaberg-Buchholz, Elterlein, Grünhain, Lößnitz, Aue-Bad Schlema……Santiago de Compostela, einzubinden.

Zuerst möchte ich mich im Namen aller Pilgerfreunde bei Frau Ebert vom Städtepartnerschaftskomitee der großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema bedanken, die einen Bus zur Verfügung stellte, der uns zum Kadaňer Kloster brachte.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch dem Kadaňer Bürgermeister Jiří Kulhánek, Mitarbeiter der Kadaňer Stadtverwaltung und einem Geistlichen Vertreter des Kloster begann, nach einer kurzen Andacht, der etwa 35 km langer Pilgerweg. Auf dieser Strecke mußten wir 1300 Höhenmeter bewältigen. Der Weg führte uns durch schattige Wälder, bunten Bergwiesen mit tollen Ausblicken, aber auch auf kilometerlangen schattenlosen Asphaltstraßen, was natürlich eine Herausforderung an der körperlichen Kondition war. Obwohl der Altersdurchschnitt etwa 65+ Jahre war, kam man mit vielen Trinkpausen gut voran. Der Initiator des Jakobsweges Silberberg, Gerd Lauckner aus dem Ortsteil Bad Schlema, hat den einen oder anderen immer wieder motiviert, wenn dieser in Gedanken am Filzteich war. Nach der Mittagspause in Klášterec nad Ohříbegann der „Aufstieg“ zum Erzgebirgskamm. In einer kleinen Kneipe in Kovářská belohnten wir uns mit einem kühlen Pilzner Urquell. Hier verabschiedeten sich die zwei verbliebenen Mitpilger aus der Kadaňer Stadtverwalung, nachdem der Bürgermeister schon nach der Kadaňer Stadtgrenze, wegen terminlichen Gründen aufgab und uns einen guten Weg wünschte.

In Měděnec/Kupferberg auf dem Erzgebirgskamm angekommen sah man den Fichtel – und Keilberg in einem romantischen Sonnenuntergang. Von da aus waren es nur noch 13 km bis nach Bärenstein, wo wir nach 11 stündiger Tageswanderung glücklich und auch etwas stolz den Tag beendeten. Im nächsten Jahr werden wir von Bärenstein nach Annaberg-Buchholz laufen, um diese Lücke noch zu schließen. Dabei soll das Pilgern nie eine sportliche Höchstleistung darstellen, sondern die Möglichkeit sich in der Gemeinschaft gleiche Interessen im Gespräch auszutauschen oder auch ganz allein mit sich selbst zu beschäftigen.

Jeder ist dazu ganz herzlich eingeladen, denn man muß nicht unbedingt nach Spanien pilgern. Der Jakobsweg beginnt vor der eigenen Haustür.

Buen Camino

Pilgerfreund Heinz Poller